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Jugend stärken

Zehn Jugendliche


Teilnehmender von Aktiv in der Region Halle (Saale)Teilnehmender von Aktiv in der Region Halle (Saale)

Aktiv in der Region in Halle (Saale)

Rahmenbedingungen

In Halle an der Saale stehen jungen Menschen, die den Sprung von der Schule in das Berufsleben nicht alleine schaffen, mit den Teilprogrammen der Bundesinitiative „JUGEND STÄRKEN“ hervorragende Angebote (Jugendmigrationsdienste, Kompetenzagentur und „Schulverweigerung – Die 2.Chance“) zur Verfügung. Um diese Angebote besser miteinander zu verknüpfen und mögliche Zugänge zu vereinfachen, nutzt der öffentliche Träger der örtlichen Jugendhilfe die Möglichkeiten des Modellprogramms „JUGEND STÄRKEN: Aktiv in der Region“.

Ziele und Methoden

Die Koordinierungsstelle „Aktiv in der Region“ gehört zur kommunalen Jugendhilfeplanung (www.jugendamt.halle.de). Eine Arbeitsgruppe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Berufsorientierung wurde als stadtweite Arbeitsgruppe Berufsorientierung (AG BO) mit dem Ziel erweitert, sich untereinander besser zu vernetzen. Darüber hinaus unterstützt auch der bestehende Beirat der Agentur für Arbeit Halle alle Beteiligten dabei, weitere Strategien für die Region Halle zu entwickeln und vorzustellen.

Neu geschaffene Angebote

Streetwork-Jugendberufshilfe:

Die meisten bestehenden Beratungsangebote sind sogenannte „Komm-Angebote“, bei denen junge Menschen dazu ermuntert werden, selbstständig die Beratungsstellen aufzusuchen. Doch das ist für einige Jugendliche schwierig. Die Arbeitsmethode Streetwork bietet hervorragende Möglichkeiten, diese jungen Menschen aufzusuchen und an das bestehende Unterstützungssystem heranzuführen. Dazu wurde in Halle der Träger der Kompetenzagentur gewonnen.


Berufsvorbereitendes Jahr praktisch:

Um Jugendliche zu unterstützen, die über längere Zeit nicht die Schule besucht haben, gibt es in Halle bereits verschiedene Initiativen. So existieren neben dem Teilprogramm „Schulverweigerung – Die 2. Chance“ noch weitere Angebote, wie beispielsweise „Schulerfolg sichern“ von der kommunalen Jugendhilfe. Diese richten sich aber vorrangig an die Regelschule.
Mit dem neuen Angebot „BVJ praktisch“ gibt es nun auch Unterstützung für Jugendliche, die mithilfe des Berufsvorbereitenden Jahres (BVJ) ihren Hauptschulabschluss machen. Diese Jugendlichen sind oft durch familiäre Probleme, Schulden oder Sprachprobleme beeinträchtigt und brauchen individuelle Hilfe. „BVJ praktisch“ bietet verlängerte Praxisanteile und unter Berücksichtigung der jeweiligen Interessen den notwendigen theoretischen Unterricht. Begleitend kümmert sich eine Sozialarbeiterin um die Probleme der jungen Menschen.


Fallbeispiel:

Mark (15 Jahre, Name geändert) steht an der Werkbank der Tischlerwerkstatt und baut ein CD-Regal für sein Zimmer. Konzentriert überträgt er mit der Schmiege den vorher errechneten Winkel der CD-Fächer. Mark hat festgestellt, dass Mathematik und „öde“ Winkelberechnungen sinnvoll sind – und, dass er das kann!
Allerdings hatte Mark zuvor anderthalb Jahre keine Schule mehr besucht und ihm fehlte eine entsprechende Tagesstruktur. Anfangs half es ihm, dass er flexibel in die Werkstatt kommen konnte. Dies ersparte dem Werkstattmeister Zurechtweisungen bei Verspätungen und dem Jugendlichen Negativerlebnisse. Die Vertrauensbeziehung zu Meister und Sozialpädagogin konnte so wachsen, und Mark konnte sowohl auf dem Gebiet seiner sozialen Kompetenzen als auch bei der Werkstattarbeit Erfolgserlebnisse sammeln. Dies war für ihn ein positives Erlebnis.

Zusammen mit der Streetwork-Jungendberufshilfe, BVJ-Praktisch, dem Allgemeinen Sozialen Dienst und dem Schulamt wurde man zunächst auf Mark aufmerksam. Über die enge Verzahnung aller Akteure durch die Koordinierungsstelle des Jugendamtes wurde dann mit Mark individuell an einer Perspektive gearbeitet, in der Bildung und erfolgreicher Schulabschluss wieder wichtig sind. Mark wird im neuen Schuljahr 2011/12 ein Projekt besuchen, in dem er seinen Hauptschulabschluss erlangen kann, und er freut sich darauf