Initiative JUGEND STÄRKEN

Mit der Initiative unterstützt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend benachteiligte junge Menschen auf ihrem Weg ins Berufsleben. Der Zugang zum Arbeitsmarkt bleibt jungen Menschen ohne Schul- und Berufsabschluss auch in Zeiten des demografischen Wandels oftmals versperrt. Trotz der Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt gestalten sich die Übergänge von der Schule in Ausbildung und Beschäftigung in Deutschland für eine hohe Zahl junger Menschen - insbesondere für sozial benachteiligte und individuell beeinträchtigte Jugendliche - nach wie vor schwierig. Jugendliche und junge Erwachsene aus bildungsfernen Familien oder junge Menschen mit Migrationshintergrund sind keineswegs weniger begabt als der Durchschnitt der Gleichaltrigen. Für ihre soziale, schulische und berufliche Integration benötigen sie jedoch oftmals eine gezielte Förderung, die auf ihre individuelle Lebenssituation zugeschnitten ist.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Lücke zu schließen. Im Rahmen der Initiative JUGEND STÄRKEN möchte es mit verschiedenen Programmen zu mehr Chancengerechtigkeit beitragen und die Ausbildungs- und Arbeitsmarktchancen der jungen Menschen verbessern.

Die Programme ab 2014

Die aktuellen Programme in der neuen ESF-Phase 2014 bis 2020 der Initiative JUGEND STÄRKEN haben, neben der individuellen Begleitung am Übergang Schule / Beruf, auch die Stärkung der kommunalen Jugendsozialarbeit zum Ziel.

JUGEND STÄRKEN im Quartier

Das neue ESF- Programm JUGEND STÄRKEN im Quartier setzt in der aktuellen Förderphase 2014 bis 2020 die fachlichen Erkenntnisse der Vorgängerprogramme um. Die Stellung der Kommune als Koordinierungs- und Steuerungsinstanz der Jugendhilfeangebote wird stärker als bisher berücksichtigt. Zudem ist erstmals eine ressortübergreifende Zusammenarbeit mit einem anderen Bundesressort, dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau  und Reaktorsicherheit (BMUB), gelungen. Von 2015 bis 2018 werden bundesweit 178 Modellkommunen ihre Angebote für benachteiligte junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf am Übergang von der Schule in den Beruf entwickeln und ihre Kooperation im örtlichen Netzwerk ausbauen.
Die Projekte werden in den Gebieten des Städtebauförderungsprogrammes Soziale Stadt oder in vergleichbar benachteiligten Regionen umgesetzt. Über individuelle Förderangebote und Mikroprojekte sollen nicht nur Kompetenzen und die Persönlichkeit der jungen Menschen gestärkt, sondern auch ein Mehrwert für das Quartier geschaffen werden – zum Beispiel indem die jungen Menschen einen Gemeinschaftspark anlegen oder ein interkulturelles Stadtteilfest organisieren. Damit leistet JUGEND STÄRKEN im Quartier auch einen Beitrag zu einer integrierten, sozialen Stadtentwicklung. Es ergänzt außerdem das ESF-Bundesprogramm des BMUB „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier – BIWAQ“, das sich an ab 27-jährige richtet.

Jugendmigrationsdienste

Bundesweit begleiten mehr als 450 Jugendmigrationsdienste junge Menschen mit Migrationshintergrund mit einem vielschichtigen Angebot, um ihnen Chancengerechtigkeit und Teilhabe zu eröffnen. Sie helfen ihnen dabei eine Ausbildung oder eine Arbeit zu finden, sprechen mit Eltern, Behörden, Schulen, Betrieben und ergänzen diese Unterstützung durch Maßnahmen aus dem sportlichen und kulturellen Bereich. Außerdem bieten sie Sprachkurs ergänzende Übungen und Bewerbungstrainings sowie Schulungen zum Umgang mit den neuen Medien an. Ergänzend öffnen die Jugendmigrationsdienste ihre Angebote an 24 Standorten im Projekt „jmd2start“ bis Ende 2017 auch für junge Flüchtlinge mit guter Bleibeperspektive. Viele Einrichtungen kooperieren mit den Kommunen des Programms JUGEND STÄRKEN im Quartier.

JUGEND STÄRKEN: 1000 Chancen

Die Initiative wird ergänzt durch das Projekt „JUGEND STÄRKEN: 1.000 Chancen“, mit dem das Bundesfamilienministerium neue Wege der Kooperation zwischen Trägern der Jugendsozialarbeit und der Wirtschaft geht. Das Projekt wird deutschlandweit durch Wirtschaftsjunioren und weitere Unternehmerinnen und Unternehmer umgesetzt, die sich auf lokaler Ebene ehrenamtlich für benachteiligte junge Menschen engagieren. Sie bieten den Jugendlichen durch praxisnahe, niedrigschwellige Unterstützungsangebote erste Einblicke in die Arbeitswelt und unterstützen sie auf ihrem Weg in den Beruf. Dabei arbeiten sie eng mit Einrichtungen der Jugendsozialarbeit – insbesondere den Jugendmigrationsdiensten – zusammen.

Garantiefonds Hochschule

Auf der Grundlage der Richtlinien „Garantiefonds Hochschule“ bietet das Bundesfamilienministerium jungen Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, Asylberechtigten sowie jungen ausländischen Flüchtlingen mit einem gesicherten Aufenthaltsstatus Unterstützung bei der Aufnahme oder Fortsetzung einer akademischen Laufbahn.

Die Programme 2008 bis 2013

2008 bis 2013 förderte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) mit unterschiedlichen Schwerpunkten die soziale, schulische und berufliche Integration junger Menschen mit den Programmen:

  • Schulverweigerung - Die 2. Chance
  • Kompetenzagenturen
  • Stärken vor Ort
  • Aktiv in der Region

Ergänzt wurden diese ESF-Programme um die aus nationalen Mitteln finanzierten Jugendmigrationsdienste.