Das Logo der Initiative "JUGEND STÄRKEN"
Das Logo der Initiative "JUGEND STÄRKEN"

Mit dem Modellprogramm „JUGEND STÄRKEN: Aktiv in der Region“ erprobte das Bundesfamilienministerium von Oktober 2010 bis Dezember 2013 in bundesweit 35 Modellkommunen ein durchgängiges, lückenloses und passgenaues Fördersystem für benachteiligte junge Menschen am Übergang von der Schule in Ausbildung und Beschäftigung. Zielgruppe waren individuell beeinträchtigte und sozial benachteiligte junge Menschen, die von den vor Ort vorhandenen Angeboten verschiedenster Leistungsträger (insbesondere Schulen, Jobcenter und Agentur für Arbeit) nicht erfolgreich erreicht werden.

Die 35 ausgewählten Städte und Landkreise wurden in der gut 3-jährigen Modellphase mit Fördermitteln in Höhe von 17 Mio. Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) dabei unterstützt,

  • neue Strukturen und Verfahren für die Zusammenarbeit der Akteure an den Schnittstellen von Schule, Grundsicherung für Arbeitssuchende, Arbeitsförderung und Jugendhilfe aufzubauen,
  • Lücken in der bestehenden Angebotslandschaft zu erfassen und die lokale Angebotslandschaft systematisch weiterzuentwickeln,
  • Angebote und Akteure rechtskreisübergreifend zu verzahnen sowie
  • ihrer Steuerungsverantwortung für die Aufgaben der Jugensozialarbeit im kommunalen Kontext (§13 SGB VIII) gerecht zu werden.

Der idealtypische Umsetzungsprozess vor Ort umfasste fünf Stufen:

  1. Aufbau geeigneter Kooperationsgrundlagen
  2. Abgleich von Bedarf und Angebot
  3. Weiterentwicklung der Angebotsstrukturen
  4. Angebotserbringung, Optimierung der Schnittstellen
  5. Überprüfung der Zielerreichung

Je nach lokaler Bedarfslage konnten die Kommunen eigene Schwerpunkte setzen. Insgesamt wurden 139 verschiedene sogenannte Lückenschlussprojekte gestartet, darunter

  • Projekte für schulverweigernde Jugendliche an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen
  • tagesstrukturierende Maßnahmen
  • Angebote aufsuchender und mobiler Beratung
  • aktivierende Maßnahmen wie ein Film- oder ein Bootsbauprojekt
  • niederschwellige Anlauf- und Beratungsstellen
  • Mentoringprojekt

Mit den Projekten konnten mehr als 7.600 junge Menschen erreicht werden, die bisher nicht von anderen Angeboten profitieren konnten. Zwei Drittel der Standorte haben dabei auf neue Methoden und Ansätze der Zielgruppengewinnung gesetzt.

Auch auf struktureller Ebene wurde mit dem Modellprogramm einiges vor Ort „angeschoben“. 80 % der Standorte haben nach eigenen Angaben das Programm genutzt, um Projekte gemeinsam mit dem Jobcenter und anderen Leistungsträgern zu entwickeln und umzusetzen. Drei Viertel der Modellkommunen haben die Zusammenarbeit mit Leistungsträgern anderer Rechtskreise klar geregelt, etwa durch das gemeinsame Betreiben von Datenbanken, das Durchführen von Fallkonferenzen und/oder durch Schnittstellenkonzepte. Unterstützt wurden diese Bemühungen an mehreren Standorten durch passgenaue, strukturell ausgerichtete Lückenschlussprojekte, zum Beispiel

  • Angebotsdatenbank
  • Schülerbefragung
  • Zukunftswerkstätten

Von den lokalen Koordinatorinnen und Koordinatoren des Modellprogramms wurden in einer Abfrage im Herbst 2013 insbesondere der große Gestaltungsspielraum und die Flexibilität bei den Lückenschlussprojekten, die „Kultur des Ausprobierens“ und die durch das Programm initiierte Vernetzung – inklusive der rechtskreisübergreifenden Infrastruktur – positiv hervorgehoben. Auch die Stärkung der Jugendsozialarbeit in kommunalen Strukturen durch die Anbindung an den öffentlichen Jugendhilfeträger und die Erprobung niedrigschwelliger, aufsuchender Angebote wurden als innovativ wahrgenommen. Als Unterstützung empfanden viele Modellkommunen den Erfahrungsaustausch mit anderen Kommunen und die professionelle Prozessbegleitung.

 Fast 90 % der Standorte beabsichtigen gemäß der Abfrage, die Aufgaben der Koordinierungsstelle oder die Koordinierungsstelle selbst weiterzuführen.

Zwei im Rahmen des Programms entwickelte Praxisleitfäden sind hier abrufbar.

Praxisleitfaden 1: Jeden jungen Menschen mitnehmen! Gute Beispiele der Modellkommunen von JUGEND STÄRKEN: Aktiv in der Region zum Praxisleitfaden 1 - PDF, 1,26 MB

Praxisleitfaden 2: Den Übergang Schule-Beruf in der Kommune optimal gestalten zum Praxisleitfaden 2 -  PDF, 2,29 MB

Darüber hinaus ist ein Bericht mit zentralen Ergebnissen des Modellprogramms abrufbar.  zum Abschlussbericht - PDF, 515,60 KB

Weitere Informationen zu dem Programm finden Sie hier

Veranstaltungen

  • 11/2010 Auftaktveranstaltung Modellprogramm "JUGEND STÄRKEN: Aktiv in der Region"
  • 06/2011 Fachforum zum Modellprogramm "JUGEND STÄRKEN: Aktiv in der Region" auf dem 14. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag.
  • 10/2011 Bundeskonferenz "JUGEND STÄRKEN: Aktiv in der Region"
  • 06/2013 Aktionstag JUGEND STÄRKEN 2013