Schule ist der zentrale Ort, an dem allen Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrer Herkunft und sozialen Lage schulische Qualifikationen und Kompetenzen, aber auch gesellschaftlich anerkannte Werte vermittelt werden sollen. Hier soll ihnen gleichermaßen eine Chance auf gesellschaftliche und berufliche Teilhabe und Entfaltung ihrer Persönlichkeit eröffnet werden. Zunehmende Anforderungen der Lebensbewältigung, veränderte Bildungserfordernisse und sich wandelnde außerschulische Rahmenbedingungen führen dazu, dass Schulen unweigerlich vor neue Herausforderungen gestellt werden. Die zunehmende Heterogenität von familiären Strukturen und Lebenswelten drückt sich auch in sehr unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und sozialen und kognitiven Entwicklungsmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler aus. Neben dem klassischen Bildungsauftrag wird den Schulen deshalb zunehmend auch ein Erziehungsauftrag zugesprochen, in dessen Rahmen neben Bildungsdefiziten auch Sozialisations- und Integrationsdefizite ausgeglichen werden sollen.
Trotz zunehmender Öffnung vieler Schulen und erweiterter Gestaltungsspielräume durch neue Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozesse und einer zunehmenden Entwicklung der Schule zu einem ganztägigen Lebens- und Erfahrungsraum für Schülerinnen und Schüler, können Lehrerinnen und Lehrer diesem Sozialisations- und Integrationsauftrag nicht allein gerecht werden – gerade dann nicht, wenn es um die Bearbeitung sozialer Benachteiligungen und Problemlagen geht, die zwischen den Sozialisationsinstanzen Schule, Elternhaus, Peergroup und sozialem Umfeld liegen. Immer wieder wird deshalb von Akteuren aus Schule und Bildung die Forderung nach einer verstärkten Kooperation von Schule und Jugendhilfe erhoben, wobei insbesondere der Schulsozialarbeit eine Scharnierfunktion zwischen den bisher zumeist separat agierenden Angeboten der Bildungsinstanz Schule und denen der Jugendhilfe zugesprochen wird. Hierzu trägt letztlich auch ein zunehmender Handlungsdruck bei, welcher unter Aspekten der Chancengleichheit sowohl auf der Schule (z.B. anhaltende soziale Auslese und mangelnde Durchlässigkeit des Schulsystems, Verhaltensauffälligkeiten der Schülerinnen und Schüler sowie gravierende Formen des Schulversagens) als auch auf der Jugendhilfe mit den damit verbundenen Kosten lastet.
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Website des Programms "Ideen für mehr. Ganztägig lernen" das die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung in enger Abstimmung mit Bund und Ländern umsetzt. www.ganztaegig-lernen.org/www/gtl3.aspx