JUGEND STÄRKEN im Quartier - Gemeinsam gegen den Lagerkoller

Süßigkeiten, Tomaten, Nudeln, Zwiebeln liegen auf auf einem Tisch
In dem Anti-Lagerkoller-Paket finden die Jugendlichen verschiedenen Utensilien, um sich zu Hause zu beschäftigen.© Nadine Rosemeyer/ Abteilung Jugendförderung, Jugendkultur der Stadt Hattingen

Die 10-Tage-Challenge in Hildesheim

Unter dem Motto „Durchhalten, posten & siegen!“  fand in Hildesheim eine 10-Tage-Corona-Challenge statt. „Zur Projektidee kam es, weil sich Jugendliche meldeten und mitteilten, dass ihnen zu Hause die Decke auf den Kopf fällt“, berichtet Jörg Piprek, der Leiter des Projektes Teenstadt Stadtfeld vom Verein Gemeinwesenentwicklung Stadtfeld e.V.. Das Teenstadt-Team entwickelte daraufhin die 10-Tage-Challenge. Die Jugendlichen bekamen an jedem der zehn Tage eine Aufgabe gestellt, die absolviert und das Ergebnis in die gemeinsame WhatsApp-Gruppe gepostet werden musste. Wichtig dabei war, dass die Tagesaufgaben sportliche oder kreative Aktivitäten mit Quartierserkundungen verbanden. So stand am Tag 2 beispielsweise eine Lauf-Challenge über drei Kilometer an. An weiteren Tagen wurden Selfies vor Sehenswürdigkeiten gemacht, Ostergeschenke gebastelt und Erfolge bei Onlinespielen in der WhatsApp-Gruppe geteilt. Nach der 10-Tage-Corona-Challenge konnten sich die Jugendlichen eine Belohnung vom büroeigenen Balkon abholen. Die Challenge diente dazu den Kontakt zu den Jugendlichen aufrecht zu erhalten. „Wichtig war uns zu verdeutlichen, dass die Menschen im Quartier füreinander da sind“, so Piprek. Weiter erklärt er, dass viele Jugendliche aufgrund der Kontaktsperre unter großen Druck stünden und Abwechslung vom Corona-Alltag benötigten. Durch die Challenge wurden die Jugendlichen aktiviert die Wohnung zu verlassen und dadurch ein bisschen Abstand zum gewohnten Umfeld zu gewinnen.

Anti-Lagerkoller-Pakete in Hattingen

Aus Hattingen berichtet Nadine Rosemeyer, Mitarbeiterin im Haus der Jugend, von der Aktion, die Jugendlichen mit Anti-Lagerkoller-Paketen zu unterstützen. In den Pakten finden die Jugendlichen verschiedene Utensilien, um sich zu Hause zu beschäftigen: ein Kochrezept samt der Zutaten zum Nachkochen, verschiedene Rätsel oder auch die Möglichkeit bei einer Fußball-Challenge teilzunehmen. Süßigkeiten dürfen natürlich auch nicht fehlen. Die Pakete können bei den Mitarbeitenden bestellt werden, sie werden den Jugendlichen dann nach Hause gebracht oder von diesen abgeholt. Nach der ersten Paketaktion zieht Rosemeyer ein positives Resümee. Die Jugendlichen seien allesamt begeistert von den Paketinhalten gewesen. Viele der Jugendlichen kamen zur Abholung, um, unter Einhaltung eines Sicherheitsabstandes, ein Gespräch zu führen. Probleme, die durch die soziale Isolation aufgrund der aktuellen Situation entstanden sind oder verschärft wurden, konnten so face–to-face besprochen werden. In diesen Gesprächen wurde deutlich, dass den Jugendlichen mit der Schließung „ihrer“ Einrichtung während der Corona-Krise ein wichtiger Anlaufpunkt für Spaß, Freizeitgestaltung, aber auch um Sorgen zu teilen und Unterstützung zu erfahren, fehlt. Rosemeyer erklärt, dass durch die Pakete ein gedankliches Beisammensein entstanden sei und bereits die zweite Auflage der Anti-Lagerkoller-Pakete in Planung sei.

Über "JUGEND STÄRKEN im Quartier"

Mit "JUGEND STÄRKEN im Quartier" bündeln das Bundesjugendministerium und das Bundesinnenministerium erstmals Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) in einem gemeinsamen Programm. Der Bund beteiligt sich mit jährlich rund 24,8 Millionen Euro aus dem ESF und 1,1 Millionen Euro aus Bundesmitteln. Dadurch wird die kommunale Jugendsozialarbeit vor Ort entscheidend gestärkt. Derzeit werden in 160 Kommunen Projekte umgesetzt.