Informationsfilm zum Programm

Jugendliche auf dem Weg ins Berufsleben unterstützen

Mit passgenauen Angeboten und individuellen Hilfen unterstützt "JUGEND STÄRKEN im Quartier" junge Menschen mit besonderem Bedarf am Übergang von der Schule in den Beruf. Der Schwerpunkt der Projektförderungen liegt in den Gebieten des Städtebauförderungsprogramms "Soziale Stadt". Mit dem Programm bündeln das Bundesjugendministerium und das Bundesinnenministerium erstmals Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) in einem gemeinsamen Programm.

​[Ein Jugendlicher läuft einen Fußgängerweg entlang, bis er an der Tür der Jugendberatungsstelle angelangt ist. Er klingelt und drückt die Tür nach kurzem Warten auf.]

„JUGEND STÄRKEN IM QUARTIER“ soll benachteiligte Jugendliche im Alter zwischen 12 und 26 Jahren mit und ohne Migrationshintergrund beraten und unterstützen

indem sie dann entweder wieder in die Schule gehen, ihren Abschluss nachholen oder in Arbeit vermittelt werden.

Wir suchen hier zusammen Arbeitsplätze und schicken Bewerbungen hin. Wenn ich nicht hergekommen wäre, dann wüsste ich gar nicht, dass Altenpflege etwas für mich ist. Vorher war das ein totales No-Go. Jetzt bin ich fasziniert davon.

​[In einem Beratungsgespräch tauschen sich eine Jugendliche und eine Betreuerin über vor ihnen auf einem Tisch aufgefächerte Fotos aus.]

In der ersten Förderrunde 2015 bis 2018 wurde es in 178 Kommunen bundesweit durchgeführt. Dafür hat es Mittel vom Bund aus dem Europäischen Sozialfond in Höhe von 115 Millionen Euro gegeben. Und dann hat der Bund selbst nochmal 5 Millionen für dieses Programm eingestellt.

Das ist das erste Mal, dass zwei Ministerien dieses Projekt finanzieren.

Das sind das Bundesjugendministerium und das Bundesbauministerium.

Dieses Modellprogramm erlaubt uns und den vielen anderen Kommunen in Deutschland, sozialpädagogische Angebote auch zu kombinieren und auf die entsprechenden Bedarfslagen vor Ort anzupassen.

Die spannende Frage dabei ist ja, wie erreiche ich Jugendliche, die man eigentlich nicht mehr erreichen kann.

​[An einem sonnigen Tag treffen sich ein Jugendlicher und eine Sozialarbeiterin vor einem Café. Sie setzen sich und sprechen bei einem Getränk über den Werdegang des Jugendlichen.]

Umgesetzt wird es mit vier Bausteinen, nämlich Beratung/Clearing, Mikroprojekten, Case Management und Aufsuchende Jugendsozialarbeit. Aufsuchende Jugendsozialarbeit heißt, dass man die Jugendlichen dort abholt, wo sie wirklich sind. Das heißt, wir holen Jugendliche entweder tatsächlich im Sozialraum ab, also an Plätzen, wo sie abhängen. Wie vereinbaren aber auch Termine zu Hause. Für viele ist es vielleicht trotzdem eine Hemmschwelle, einfach in ein Büro zu gehen. Deshalb gehen wir in die Dönerbude oder ins Eiscafé und bestellen uns ein Glas Wasser oder einen Eisbecher, um mit den Jugendlichen einfach ins Gespräch zu kommen.

Dann bieten wir für die Stärkung der persönlichen Kompetenzen des Jugendlichen Mikroprojekte oder Sozialraum-orientierte Projekte hier im Kiez an.

Wir verstehen unter Beratung Kurzzeitberatung, das heißt in der Regel drei bis fünf Termine in einem Zeitraum von ungefähr einem Vierteljahr.

Die ganz große Frage bei dieser Arbeit ist es eigentlich, neben Netzwerken und neben Methoden, Jugendliche zu motivieren, durchzuhalten und weiterzumachen.

Das heißt, es findet erst einmal eine reine und individuelle Beratung mit dem Jugendlichen statt. Sodass diese wissen, dass sie mit ihren Sorgen hierher kommen können, aber auch individuell gefördert werden.

Ich bekomme oft Unterlagen von den Jobcentern oder anderen Behörden und verstehe darin viele Wörter nicht. Aber ich kann die Briefe hierher mitnehmen und mir wird geholfen, die Unterlagen auszufüllen. Es ist gut, dass es diesen Ort gibt. Hier bekomme ich Hilfe.

​[Eine Sozialarbeiterin unterstützt einen Jugendlichen beim Ausfüllen eines behördlichen Schriftstückes. Sie versucht, ihm die Inhalte näherzubringen. Anschließend setzen sich beide vor einen Rechner, auf dem die Frau dem Jugendlichen Internetseiten aufzeigt, die Informationen für einen Sprachkurs bereitstellen.]

Der beste Eisbrecher ist natürlich ein erfolgreiches Case Management, das sich unter den Jugendlichen im Stadtteil natürlich sehr schnell herumspricht. Also, dass da eine Case-Managerin vor Ort ist, die das wirklich ernst nimmt, und es authentisch ist, dass sie wirklich helfen will.

Letztlich geht es auch um ein Jugendrecht in diesem Programm. Die Jugendhilfe holt alle unter ihrem Dach in diesen Projekten zusammen. Das heißt, sie geht auf andere relevante Akteure zu.

Wir arbeiten hier in der Sozialen Stadt, so nennt man das, sehr viel mit anderen Akteuren wie Jobcenter, Jugendberufsagentur, der Agentur für Arbeit. Wir arbeiten sehr viel mit Trägern aus der Sozialen Stadt, also Vereinen oder Verbänden, die mit Jugendlichen zu tun haben.

​[Schüler_innen verlassen in einer Häusersiedlung bestehend aus hohen Großwohnanlagen ein Schulgebäude.]

Die öffentliche Jugendhilfe spielt eine zentrale Rolle. Insofern hat sie Möglichkeit, aus einer Hand mit ihren Bedürfnissen auch zu steuern und andere ins Boot zu holen.

Es ist schon beeindruckend, wenn man sieht, was sich bei Jugendlichen entwickelt. Dass das ein ganz neues Leben wird. Und was sich dann auch bei den Eltern tut, wenn sie sehen, es geht tatsächlich weiter. Das ist ein Teil meiner Motivation.

Es ist ein schöner Erfolg, selbst zu sehen, was man durch niederschwellige Beratungstermine oder andere Angebote geerntet hat, und dass man unglaublich viel bei den einzelnen Jugendlichen bewegen kann.

Ich bin neulich in der Stadt spazieren gegangen und stand beim Bäcker. Da stand ein Jugendlicher, der vor ein paar Jahren ein massiver Schulverweigerer war. Jetzt stand er hinter dem Tresen und ist Bäckereifachverkäufer. Er hat also seine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Und er hat dann einfach „Danke“ gesagt, dass er hierher kommen konnte und wir ihn unterstützt haben. Sowas ist einfach schön.

Das ist letztlich das, worauf das Programm im Kern abzielt, also „JUGEND STÄRKEN IM QUARTIER“. Wir vergrößern den Selbstwert und die Selbstwirksamkeit der Jugendlichen und vermitteln ihnen Projekte, in denen sie ihre Potenziale sozusagen – wie es hier geschehen ist – direkt an die Wand bringen.

​[Konzentriert zeichnet eine Jugendliche die Champs-Élysées auf einen gelben Aufsteller. Hinter ihr, in der Tiefe des hellen Flures, pinseln weitere Jugendliche andere bekannte weltweite Sehenswürdigkeiten auf vergleichende Aufstellwände.]