Eine Sozialpädagogin berichtet

Ergebnisse Kreativ Kurs ZaB - "Zusammen aktiv in Bergen"

Ergebnisse Kreativ Kurs "ZaB - Zusammen aktiv in Bergen"

Seit Februar 2016 arbeite ich als Sozialpädagogin der Pestalozzi-Stiftung zusammen mit meiner Kollegin im Programm „JUGEND STÄRKEN im Quartier“. Wir arbeiten überwiegend mit Menschen, die im Jahr 2014 aus Rumänien in die Stadt Bergen im Landkreis Celle gekommen sind.

Einmal die Woche bieten wir eine offene Sprechstunde an. Wir besprechen Fragen rund um die Themen Wohnungssuche, Schule, Ausbildung, Schuldenregulierung, Arbeitsvermittlung, Krankenversicherung, Familienkasse, Agentur für Arbeit und Jobcenter. Mittlerweile kommen viele rumänische Familien in die Sprechstunde, dies war aber nicht immer so.

Den Zugang zu den neu zugezogenen rumänischen Familien haben meine Kollegin und ich uns über längere Vertrauensarbeit aufgebaut. Dabei war der Kontakt zu einer Familie besonders wichtig: Kurz nachdem ich meine neue Aufgabe im Programm übernommen habe, begegnete mir Lavinia* in einer Sprechstunde. Sie und ihr Partner Alexandru* wollen sich in Deutschland ein neues Leben aufbauen. Alexandru arbeitete in einer großen Fabrik für Fleischerzeugnisse. Nach einigen Wochen musste er jedoch kündigen. Die harte körperliche Arbeit konnte er nicht leisten, weil sein Rücken ihm zunehmend Probleme bereitete. Das Paar einigte sich, dass Lavinia arbeitet und Alexandru die kleine Tochter zuhause versorgt. Seit drei Monaten hat Lavinia  einen festen Arbeitsplatz in einem Hotel in Celle, dank ihrer guten Englischen Sprachkenntnisse.

Mittlerweile hilft Lavinia häufig als Dolmetscherin in meiner Arbeit mit anderen Rumäninnen und Rumänen. Durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Lavinia und Alexandru ist es gelungen, einen guten Kontakt zu den anderen rumänischen Familien in Bergen aufzubauen.

Seit Anfang 2016 können wir mit Hilfe des Programms JUGEND STÄRKEN im Quartier ein neues Projekt „ZaB – Zusammen aktiv in Bergen“ anbieten, an dem auch Lavinia teilnimmt. Bei diesem Projekt initiieren meine Kollegin und ich zusammen mit vielen ehrenamtlichen Helfern verschiedene Gruppenaktivitäten, bei denen beispielsweise gemeinsam mit der heimischen Bevölkerung rumänisch gekocht wird. Durch die interkulturellen Begegnungen fördern wir soziale Kompetenzen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und motivieren zu einer aktiven Bürgerschaft in Bergen, Vorurteile werden abgebaut und Toleranz gefördert. Letztendlich hilft es den neuen Bewohnerinnen und Bewohnern hier in Bergen ein Zuhause zu finden. 

*Namen wurden geändert