Erfolgreiche Verbindung

Emmanuel aus Ghana fand im JMD Leverkusen schnell Hilfe und konnte dank des Programms "JUGEND STÄRKEN im Quartier" erste Berufserfahrungen in Deutschland machen.

„JUGEND STÄRKEN im Quartier“ bündelt Kompetenzen von Jugendmigrationsdienst und der offenen Jugendberufshilfe
Die Räume des Jugendmigrationsdienstes (JMD) und der Offenen Jugendberufshilfe (OJB) Leverkusen sind hell und freundlich. In zentraler Lage sind die Kontakt- und Beratungsstellen gut erreichbar. Das zeigt sich an den vielen Jugendlichen, die die Angebote wahrnehmen. Hier erhalten junge Menschen Beratung und Unterstützung bei Fragen rund um Schule, Ausbildung und Beruf. Als Fachdienst für Migration ist der JMD Leverkusen in Trägerschaft der Katholischen Jugendagentur die Beratungsstelle für junge Migrantinnen und Migranten. „Wir arbeiten niedrigschwellig, haben umfangreiche Öffnungszeiten und sind für die Jugendlichen gut erreichbar. Das ist auch wichtig, denn oft stehen sie einfach so vor der Tür, wenn zum Beispiel ein wichtiger Brief gekommen ist“, erzählt Heike Alessio, Beraterin im JMD.

Neu in Deutschland

In erster Linie kommen junge Menschen zum JMD, die noch nicht lange in Deutschland sind. Waren es in den vergangenen Jahren überwiegend Jugendliche aus Polen, Kroatien und der Türkei, kommen heute viele aus Syrien, dem Iran und Irak, aus Ghana oder Eritrea. „Die meisten Jugendlichen, die zu uns kommen, sind zwischen 16 und 27 Jahre alt. Sie möchten so schnell wie möglich eine Arbeit finden, um ihr Leben hier aufzubauen. Das geht leider nicht immer ganz so schnell. Oft sind die Sprachbarrieren noch zu groß“, erklärt Heike Alessio und lächelt dabei Emmanuel an.
Emmanuel lächelt zurück. Er weiß, was die JMD-Beraterin damit meint. Seit der 26jährige vor einem Jahr aus Ghana nach Deutschland kam, hat er ein Ziel: einen Job finden. Wie jeder junge Mensch in seinem Alter möchte er unabhängig sein und sich eine Zukunft aufbauen. Vor sechs Monaten kam Emmanuel auf Empfehlung eines Freundes zum JMD. „Mein Freund sagte, ich kann dort mit meinen Problemen hingehen und das stimmt. Hier im JMD und der OJB gibt es gute Menschen. Sie haben immer Zeit für mich. Wenn ich Fragen habe, helfen sie mir. Sie begleiten mich, egal wo ich hin muss. Ich danke ihnen sehr.“

Nächstes Ziel: Arbeiten

Im Auftrag der Stadt Leverkusen setzt die OJB das Modellprogramm „JUGEND STÄRKEN im Quartier“  um und unterstützt damit Jugendliche und junge Erwachsene bei der Integration in Schule, Ausbildung, Arbeit und Gesellschaft. Ziel ist, die Zusammenarbeit von öffentlicher Jugendhilfe, freien Träger der Jugendsozialarbeit und weiteren Einrichtungen wie Jobcenter oder Schulen zu verbessern, um Jugendlichen eine Förderung „aus einer Hand“ zu bieten. Von dieser Kooperationsarbeit profitierte bereits Emmanuel. OJB-Leiter Ansgar Lutz erklärt, wie es dazu kam: „Emmanuel wurde bei uns beraten und wollte gerne etwas Praktisches machen. Wir haben dann geschaut, welche Kompetenzen er bereits mitbringt und festgestellt, dass er gute handwerkliche Fähigkeiten besitzt. Dank JUGEND STÄRKEN im Quartier haben wir im Rahmen eines Mikroprojektes Kontakt zu der städtischen Beschäftigungsförderung erhalten und konnten ihn dorthin vermitteln.“
Emmanuel arbeitete mehrere Monate bei der städtischen Beschäftigungsförderung und konnte seine beruflichen Fähigkeiten einbringen. Außerdem verbesserten sich seine Sprachkenntnisse. „Ich habe bei Umzügen in Notunterkünften, bei Maler- und Renovierungsarbeiten in städtischen Gebäuden und bei Reinigungsarbeiten geholfen. Es war sehr hilfreich in Bezug auf die Sprache. Bevor ich dorthin ging, konnte ich nichts verstehen. Jetzt ist es besser und ich verstehe viel mehr auf Deutsch.“, erklärt er.

Hand in Hand zusammenarbeiten

Das  Programm „JUGEND STÄRKEN im Quartier“ bündelt Angebote der Jugendmigrationsdienste, der offenen Jugendberufshilfe und weiterer Einrichtungen. Für den JMD Leverkusen bedeutet das, dass er zum Beispiel in seiner Beratung auf die Beschäftigungsangebote der Mikroprojekte von JUGEND STÄRKEN im Quartier zugreifen kann. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des JMD unterstützen junge Menschen wie Emmanuel bei Vorstellungsgesprächen und bringen die Erfahrungen der Jugendlichen in die berufliche Förderplanung ein. Das Programm ist ein wichtiger Baustein, um Berufschancen für schwer erreichbare oder neuzugewanderte Jugendliche zu ermöglichen. „Ohne JUGEND STÄRKEN im Quartier hätten wir nicht so unkompliziert eine Arbeit für Emmanuel finden können. Ein Praktikum in einem Unternehmen wäre mit seinen derzeitigen Sprachkenntnissen nicht möglich gewesen“, erläutert JMD-Beraterin Heike Alessio.
Für Emmanuel war das Praktikum eine wichtige Chance, das Berufsleben in Deutschland kennenzulernen. Seine immer besser werdenden Deutschkenntnisse und seine hohe Motivation lassen bereits nächste Vorstellungsgespräche folgen. Schritt für Schritt kommt er seinem Wunsch näher: „Mein Traum für die Zukunft ist, dass ich irgendwann genug Geld verdiene und damit ein Waisenhaus eröffnen kann. In meiner Heimat habe ich manchmal in einem Waisenhaus ausgeholfen. Das möchte ich auch hier machen. Ich möchte Kindern ohne Eltern helfen.“

Weitere Informationen zum JMD Leverkusen unter www.jugendmigrationsdienste.de/vk/jmd-leverkusen/