Zwischen Frankfurt und Wiesbaden hat der JMD in Hofheim alle Hände voll zu tun

Immer willkommen im JMD: Aba Alhadi kam aus Syrien in den Main-Taunus-Kreis und fand hier Rat und Unterstützung

Immer willkommen im JMD: Aba Alhadi kam aus Syrien in den Main-Taunus-Kreis und fand hier Rat und Unterstützung

Ein Einblick in die vielschichtige Arbeit des JMD Main-Taunus-Kreis

Hintergrund

Schon seit 1950 gibt es im Main-Taunus-Kreis den Jugendmigrationsdienst (JMD). Lange Zeit betreute das Team junge Migrantinnen und Migranten des Aussiedlerheims in Hochheim. Doch nach dessen Schließung erfolgte im Jahr 2002 eine Neuausrichtung der Arbeit: Die Ausweitung der Beratung und Begleitung junger Zugewanderter mit unterschiedlicher Herkunft. Mittlerweile sitzt der JMD in Hofheim im Haus des Trägers – das Diakonische Werk von Hessen-Nassau. Sehr praktisch, denn immerhin liegen hier in der Kreisstadt des Main-Taunus-Kreises auch die wichtigsten Berufsschulen, das zuständige Landratsamt und viele weitere Träger, mit denen der JMD  eng vernetzt arbeitet.

Viel Bewegung zeichnet die Geschichte des dreiköpfigen Teams aus, dessen Mitglieder schon seit vielen Jahren miteinander arbeiten. Und die hinzu gekommenen Geflüchteten der letzten Jahre mit ihren neuen spezifischen Themen haben für die Jugendmigrationsdienste ein Übriges dazu getan. Seit Januar 2017 bilden auch junge Geflüchtete mit einem Aufenthaltstitel neben den klassischen Zielgruppen einen neuen Arbeitsschwerpunkt.
Über 400 Jugendliche betreut der JMD aktuell. Die meisten jungen Menschen stammen aus Afghanistan, Eritrea, Syrien, Italien, Pakistan, Polen und Äthiopien. Und natürlich begleitet das Team auch etliche Jugendliche, die in Deutschland geboren wurden und Migrationshintergrund haben.

Besonderheiten

Mit Einführung der Hartz-Gesetze haben die Veränderungen im SGB II eine gute Entwicklung für den JMD Main-Taunus bedeutet: „Wir haben entschlossen, uns vermehrt in der kommunalen Gremienarbeit zu engagieren, um uns besser zu vernetzen“, erzählt Teamleiter Tim Kurth. „Wir wussten überhaupt nicht, wie sich das auf unsere Arbeit auswirkt – aber es hat der Arbeit gutgetan.“ So wurde der JMD Main-Taunus der erste Jugendmigrationsdienst bundesweit, der eine Kooperationsvereinbarung mit dem Jobcenter eines Kreises schloss und seither von dort direkt Fälle übernehmen kann. Das gilt bis heute weiter und ist einer der Eckpfeiler des Zugangs direkt zur Zielgruppe.
Neben der Begleitung und Beratung der Jugendlichen, Netzwerktreffen und Fachvorträgen zu verschiedenen Themen, bietet der JMD auch allerlei außerplanmäßige Aktivitäten wie Gruppen-Freizeiten, Bildungsworkshops und Bewerbungstrainings an. „Uns ist wichtig, dass wir nicht warten, bis Fälle an uns herangetragen werden, sondern wir wollen eigene Themen besetzen und eigene Aktivitäten entwickeln“, sagt Gaby Glaser aus dem Team.
Das Gute an dem System: Junge Migrantinnen und Migranten können im geschützten Raum des Jugendmigrationsdienstes auch über private Probleme sprechen. Das JMD-Team kann so Vertrauen aufbauen und die Hintergründe von Problemlagen der Jugendlichen beleuchten, um dann passgenauere Angebote zu unterbreiten.
„Was bei uns richtig klasse ist, das ist der Rückhalt durch die Diakonie“, ergänzt Gaby Glaser. „Dass wir hier Gruppenangebote leisten können, verdanken wir dem Träger.“
Es sind gerade diese Gruppenangebote, die einen der besonderen Reize des JMD ausmachen und junge Menschen motivieren, sich dort beraten zu lassen.

Schwieriger Start mit toller Hilfe

So vielschichtig wie die Arbeit des Hofheimer JMD-Teams, sind auch die Geschichten der Jugendlichen. Zum Beispiel der 26jährige Syrer Aba Alhadi Gabr, der in kurzer Zeit vieles schon erreicht hat.

Durchbeißend ist der richtige Ausdruck um Aba Alhadi Gabr in einem Wort zu beschreiben. Er ist vor knapp zwei Jahren aus Syrien in den Main-Taunus Kreis gelangt. Allein, denn seine Geschwister leben über Deutschland verteilt, die Eltern sind in der Türkei. Der sympathische junge Mann mit dem hellwachen Blick hat so schnell Deutsch gelernt, dass ein fließendes Gespräch mit ihm kein Problem ist. Sein Abschluss an einer syrischen Berufsfachschule für Öl und Gas ist dank der Unterstützung durch den JMD anerkannt, er hat die Hochschulreife absolviert und in Windeseile einen Ausbildungsvertrag zum Industriemechaniker erhalten. Am erstaunlichsten an der gesamten Jobfindungs-Prozedur findet Aba Alhadi das Bewerbungsverfahren: Zwei Stunden lang dauerte das Gespräch, ein Sprach- und ein Wissenstest. Aber das ist noch gar nichts gegen die größte Schwierigkeit, sagt Aba schmunzelnd: „Es gibt hier so eine riesige Auswahl an Berufen – man weiß gar nicht, welcher am besten passen könnte.“

Aba Alhadi ist auf einem guten Weg ins Berufsleben. Mit Hilfe des engagierten JMD-Teams aus Hofheim fand er sich schnell in Deutschland zurecht. Er ist wunderbares Beispiel dafür, wie wichtig die Unterstützung für junge Menschen auf ihrem Lebensweg ist und wie gut es ist, dass es hierfür die Profis vom JMD gibt, die den Menschen im Mittelpunkt ihrer Arbeit sehen. Tag für Tag aufs Neue.
Weitere Informationen zum JMD Main-Taunus unter  www.jugendmigrationsdienste.de