Programmspezifische Auswertungen 2025: Vertiefte Erkenntnisse zu JUST BEst

Kugelschreiber aus Kork mit der Aufschrift JUGEND STÄRKEN.
© Photothek/Ronny Hartmann

Die Auswertungen verdeutlichen die Entwicklungen des Programms und zeigen auf, welche Effekte die umgesetzten Angebote und Maßnahmen der JUST BEst-Vorhaben auf die teilnehmenden jungen Menschen entfalten.

Der Berichtszeitraum liegt zwischen August 2022 und September 2025. Grundlage der Analyse sind 15.413 Fragebögen, die von Teilnehmenden beim Eintritt in die lokalen Projekte ausgefüllt wurden, sowie weitere 7.991 Fragebögen, die durch Projektmitarbeitende für Personen ausgefüllt wurden, die ihre Teilnahme im Berichtszeitraum beendet haben.

Weniger als ein Drittel der JUST BEst-Teilnehmenden ist minderjährig (14 bis einschließlich 17 Jahre alt). Die Mehrheit gehört der Altersgruppe der 18- bis einschließlich 26-Jährigen an. 56 Prozent der Teilnehmenden sind männlich, 43 Prozent weiblich, ein Prozent nicht-binär. 22 Prozent der Teilnehmenden mit deutscher Staatsangehörigkeit gaben an, einen Migrationshintergrund zu haben.

Im Hinblick auf Bildungsstand und Erwerbsstatus zeigt sich folgendes Bild: Rund ein Drittel der Teilnehmenden verfügte zum Zeitpunkt des Projekteintritts als höchsten Schulabschluss über einen Hauptschulabschluss. 32 Prozent hatten (noch) keinen Schulabschluss und 84 Prozent verfügten über (noch) keine abgeschlossene Berufsausbildung. Fast jede zweite teilnehmende Person war bei Projekteintritt arbeitslos. Laut Angaben der Projektmitarbeitenden konnte sich bei knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Teilnehmenden die schulische und/oder berufliche Situation im Verlauf der Teilnahme verbessern.

Neben der Förderung sozialer Integration und der Verringerung von Armutsrisiken verfolgt das Programm das Ziel, Barrieren auf dem Weg in ein eigenständiges Leben abzubauen und die Wohnsituation junger Menschen zu stabilisieren. Für 71 Prozent der Teilnehmenden wurde die Frage, ob sie nach ihrer Teilnahme ein eigenständiges Leben führen können, bejaht. Auch bei den Wohnverhältnissen gab es im Berichtszeitraum positive Entwicklungen. Während zum Zeitpunkt des Projekteintritts mindestens 29 Prozent aller Teilnehmenden von Wohnungslosigkeit bedroht oder betroffen waren, konnten die Wohnverhältnisse bis zum Projektaustritt bei etwa einem Drittel dieser Personen stabilisiert werden.

Die überwiegende Mehrheit (84 Prozent) der Personen mit stabilisierten Wohnverhältnissen wurde bis zum Projektaustritt in Wohnformen ohne sozialpädagogische Begleitung untergebracht (z.B. eigene Wohnung, Wohngemeinschaft oder Elternhaus). 

15 Prozent der Teilnehmenden befanden sich zum Zeitpunkt ihres Projektaustritts in ambulanten oder stationären betreuten Wohnformen und zwei Prozent in Wohnprojekten mit innovativem Konzept (z. B. Housing First). Dies verdeutlich, dass innovative Wohnkonzepte, die im Rahmen von JUST BEst ausdrücklich gefördert werden, bisher weiterhin nur in begrenztem Umfang umgesetzt werden.

In der Gesamtbetrachtung entsprechen die Ergebnisse weitgehend den Werten des Vorjahresberichtes 2024. Gleichwohl ist bei einzelnen Wirkungsaspekten ein leichter Rückgang der Anteilswerte zu beobachten, insbesondere bei der Bewältigung von Schwierigkeiten, dem Leistungsbezug sowie bei der Verbesserung der schulischen und/oder beruflichen Situation im Vergleich zum Zeitpunkt des Projekteintritts. Am deutlichsten weichen die Werte in der Inanspruchnahme der methodischen Bausteine ab, der Anteil der aufsuchenden Jugendsozialarbeit ist von 32 Prozent auf 26 Prozent gesunken.

Den Bericht "Programmspezifische Auswertungen 2025 – JUGEND STÄRKEN: Brücken in die Eigenständigkeit" finden sie hier

Datenstand für die Auswertung ist September 2025.

JUGEND STÄRKEN: Brücken in die Eigenständigkeit 

Von Mitte 2022 bis Ende 2028 unterstützt das Programm „JUGEND STÄRKEN: Brücken in die Eigenständigkeit“ Kommunen dabei, Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene zu initiieren, die an der Schwelle zur Selbstständigkeit besonderen Unterstützungsbedarf haben. Die örtliche Jugendhilfe steuert und koordiniert das Vorhaben. Sie arbeitet rechtskreisübergreifend mit freien Jugendhilfeträgern, Jobcentern, Agenturen für Arbeit und weiteren Kooperationspartnern zusammen.